Von modernen Energieprodukten zu KI-gestützten Abläufen: Was 2027 auf Energieversorger zukommt

October 28, 2026
Anastasia Vyshkvarkina

Bei der exnatonCONFERENCE 2026 haben Energieversorger und Technologiepartner darüber gesprochen, wie sie auf den Wandel im Energiemarkt reagieren. In den Gesprächen über KI, Energiegemeinschaften, Prosumer-Produkte, B2B-Energieversorgung und vernetzte Anlagen wurde eine gemeinsame Richtung deutlich: Energieversorger entwickeln sich von einzelnen Tarifangeboten hin zu den Fähigkeiten, neue Produkte zu entwickeln und im großen Maßstab zu betreiben.

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Das eröffnet Chancen, das Produktportfolio zu erweitern, neue Kundenbedürfnisse zu erfüllen und zusätzliche Erlöspotenziale zu erschließen. Gleichzeitig stellen sich praktische Fragen: Wie lassen sich komplexere Daten- und Abrechnungsprozesse bewältigen? Wie können Produkte mit Kundenanlagen verbunden werden? Und wie lässt sich dabei auf bestehenden Systemen aufbauen?

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KI könnte die Abläufe bei Energieversorgern verändern

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Die Konferenz startete mit einem Blick auf den Energieversorger der Zukunft: ein Unternehmen, in dem KI mehr Aufgaben rund um Produkte und Kundenservice unterstützt. Kurzfristig geht es dabei nicht nur um Chatbots. KI kann auch bei konkreten operativen Aufgaben helfen – etwa Abrechnungsausnahmen zu untersuchen, die Datenqualität zu prüfen oder Produktinformationen systemübergreifend auffindbar zu machen.

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Die Session mit SAP führte diesen Gedanken mit vernetzten Energiedaten und dezentralen Anlagen weiter. Die Demo, in der SAP Joule mit exnaton-KI-Agenten interagierte, gab einen Einblick in mögliche KI-Workflows über verschiedene Softwaresysteme hinweg. Für Energieversorger dürfte der praktische Einstieg bei klar definierten Aufgaben, Berechtigungen und messbaren Ergebnissen liegen – mit menschlicher Kontrolle und Verantwortung.

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KI kann helfen, operative Engpässe zu reduzieren und Teams mehr Kapazität für Ausnahmefälle, besseren Service und die Entwicklung neuer Produkte zu geben. In einer regulierten Branche braucht es dafür klare Leitplanken und nachvollziehbare Verantwortlichkeiten.

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Energiegemeinschaften und flexible Tarife erweitern das Produktportfolio

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Auch das Produktangebot der Energieversorger verändert sich. Energiegemeinschaften und neue Formen der Prosumer-Vergütung eröffnen Kundinnen und Kunden zusätzliche Möglichkeiten, am lokalen Energiemarkt teilzunehmen. Die Session mit Kelag zeigte am Beispiel Österreichs, wie sich Energy Sharing zu einer größeren Vielfalt an Modellen entwickeln kann – und wie mit dem Wachstum auch die Anforderungen an Datenaustausch, Zuteilung, Abrechnung und Kundenmanagement steigen.

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Für Energieversorger liegt die Chance darin, diese Modelle über einzelne Pilotprojekte hinaus nutzbar zu machen. Wiederholbare Prozesse helfen dabei, aus dem Interesse der Kundschaft und regulatorischen Veränderungen Produkte zu entwickeln, die sich einer größeren Zahl von Teilnehmenden anbieten lassen.

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Die Session mit TotalEnergies Belgium zeigte einen ähnlichen Weg bei flexiblen Tarifen. Aus einem Pilotprojekt für dynamische Preise entwickelte sich ein Produkt, das in die bestehenden ERP- und Abrechnungssysteme integriert wurde. Später kam ein zeitvariabler Tarif hinzu. Solche Angebote zeigen Kundinnen und Kunden klarer, wann Strom günstiger oder teurer ist, und geben Energieversorgern die Möglichkeit, ihr Portfolio an veränderte Bedürfnisse anzupassen.

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Zusammen weisen diese Beispiele auf eine größere geschäftliche Chance hin: Energieversorger können ihr Angebot differenzieren und neue Kundenprodukte entwickeln. Ob daraus zusätzliche Erlöse entstehen, hängt davon ab, ob Produktwirtschaftlichkeit und operative Umsetzung zusammenpassen.

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Individuellere B2B-Produkte brauchen skalierbare Prozesse

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Auch die Energieversorgung von Geschäftskunden wird flexibler. Unternehmen fragen zunehmend nach Liefermodellen, die feste Mengen, Spotmarktpreise und Power Purchase Agreements (PPAs) kombinieren – teilweise über mehrere Standorte hinweg. Solche Produkte können den individuellen Beschaffungsbedarf besser abbilden, machen aber auch Zuteilung und Abrechnung komplexer.

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Die Arbeit von GEW Wilhelmshaven an strukturierten B2B-Produkten zeigte, warum Automatisierung wichtig ist. Wenn Prozesse auf manuellen Berechnungen und Tabellen basieren, kann das die Zahl der Verträge und Standorte begrenzen, die ein Energieversorger betreuen kann. Werden Teile dieser Abläufe automatisiert, lassen sich individuellere Produkte anbieten, ohne dass der administrative Aufwand im gleichen Maß wächst.

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Der Nutzen liegt also nicht nur in flexibleren Verträgen. Energieversorger können komplexe Produkte operativ beherrschbar machen – und damit die Grundlage schaffen, sie wirtschaftlich und in größerem Umfang anzubieten.

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Preissignale verbinden Tarife mit Kundenanlagen

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Der nächste Schritt ist, Energieprodukte mit den Anlagen zu verbinden, die auf Preissignale reagieren können. Die Session mit Bayernwerk zeigte, wie kundenspezifische Preissignale auf Basis von Prognosen und Intraday-Preisen an Home Energy Management Systeme (HEMS), Elektroautos und Batterien übermittelt werden können.

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Ein Tarif kann dadurch mehr leisten, als eine Rechnung zu berechnen: Er kann mitsteuern, wann eine Anlage lädt, Energie speichert oder verbraucht. Das eröffnet Möglichkeiten für neue Kundenangebote und dafür, gemeinsam mit der Kundschaft das Flexibilitätspotenzial im Energiesystem besser zu nutzen.

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Damit das funktioniert, müssen Preisinformationen rechtzeitig verfügbar und in die Systeme integrierbar sein, die die Anlagen steuern. Produktgestaltung, Kundenerlebnis und Flexibilitätsmanagement rücken dadurch näher zusammen.

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Der nächste Wettbewerbsvorteil: Marktveränderungen in Abläufe übersetzen

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Die Sessions der Konferenz zeichneten eine klare Entwicklung nach: von KI-gestützten Abläufen über neue Energieprodukte bis hin zu den Prozessen und vernetzten Anlagen, die diese Produkte möglich machen. Energieversorger, die diesen Wandel vorantreiben, bauen auf ihren bestehenden Systemen auf und verbinden sie mit den Daten, der Produktlogik und den Workflows, die für neue Angebote nötig sind.

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Die Chance besteht darin, auf Marktveränderungen mit Produkten zu reagieren, die Kundinnen und Kunden einen echten Mehrwert bieten – und gleichzeitig die operative Grundlage zu schaffen, um diese Angebote weiterzuentwickeln. Die Projekte, die bei der exnatonCONFERENCE 2026 vorgestellt wurden, zeigen: Dieser Wandel hat bereits begonnen.

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