Utility AI in SAP: exnaton Energy Agents verbinden sich mit SAP Joule

September 8, 2026
Dr. Anselma Wörner

Energieversorger erzeugen enorme Mengen wertvoller Daten. Doch selbst die Beantwortung einer scheinbar einfachen operativen Frage kann noch immer mehrere Systeme, verschiedene Teams und stundenlange manuelle Untersuchungen erfordern.

Warum ist ein Abrechnungslauf unvollständig? Entspricht das in SAP hinterlegte Verbrauchsprofil den Daten im Messsystem? Welche Kund weisen in Hochpreiszeiten die größte Flexibilität auf?

Die für die Beantwortung solcher Fragen benötigten Informationen sind häufig vorhanden, jedoch über SAP, die Messinfrastruktur, Energiedatenplattformen und Marktkommunikationssysteme verteilt. Um sie zu finden und richtig zu interpretieren, braucht es sowohl Zugang zu den Daten als auch ein tiefes Verständnis der Prozesse von Energieversorgern.

exnaton arbeitet daran, dieses Fachwissen direkt dort verfügbar zu machen, wo viele Utility-Teams bereits arbeiten: in SAP Joule.

exnaton hat eine Integration entwickelt, über die SAP Joule mit den spezialisierten Energy Agents von exnaton kommunizieren kann. Nutzer bei Energieversorgern können ihre Fragen über Joule in natürlicher Sprache stellen und erhalten die Erkenntnisse der branchenspezifischen Agents von exnaton direkt in derselben Oberfläche – gemeinsam mit den SAP-eigenen Agents.

Was ist die exnaton Integration für SAP Joule?

SAP Joule ist der KI-Copilot von SAP und dient zunehmend als natürlichsprachliche Oberfläche, über die Nutzer mit SAP-Systemen und Geschäftsprozessen interagieren.

Durch die exnaton Integration wird spezialisiertes Wissen über die Energiebranche und ihre Prozesse über dieselbe Oberfläche zugänglich. Ein Connector Agent ermöglicht es Joule, die Energy Agents von exnaton über die Agent2Agent- oder A2A-Kommunikation auf der SAP BTP aufzurufen.

A2A ist ein offenes Protokoll für die Kommunikation zwischen KI-Agents. SAP nutzt es, damit Joule mit extern entwickelten, codebasierten Agents interagieren kann – mit SAP BTP als zugrunde liegendem System.

In der Praxis funktioniert das so:

  1. Ein Mitarbeiter eines Energieversorgers stellt eine Frage in SAP Joule.
  2. Joule identifiziert den passenden spezialisierten Agent.
  3. Die Anfrage wird sicher an den entsprechenden, von exnaton entwickelten Energy Agent weitergeleitet.
  4. Der Agent analysiert die relevanten Daten des Energieversorgers und gibt seine Ergebnisse über Joule zurück.
  5. Die Nutzer erhalten die Antwort direkt in der vertrauten SAP-Oberfläche.

Utility-Teams erhalten so neben den SAP-eigenen Agents Zugriff auf die Fachintelligenz von exnaton – ohne zusätzliches Tool, separates Login oder den Austausch ihres zentralen SAP-Systems.

Zwei spezialisierte Energy Agents bereits demonstriert

Die erste Integration zeigt zwei spezialisierte Agents von exnaton, die jeweils eine häufige operative Herausforderung von Energieversorgern adressieren.

1. Data Quality Agent: Ursache unvollständiger Abrechnungsläufe identifizieren

Probleme bei der Abrechnung sind selten auf ein einziges System beschränkt. Wenn ein Prozess fehlschlägt oder unvollständig bleibt, müssen Mitarbeiter unter Umständen Messdaten, Kundenstammdaten und Marktkommunikationsdaten manuell miteinander vergleichen.

Der exnaton Data Quality Agent unterstützt diese Untersuchung über verbundene Systeme hinweg. Er kann:

  • nachvollziehen, warum ein Abrechnungslauf unvollständig ist
  • Inkonsistenzen zwischen Messdaten, Stammdaten und Marktkommunikation identifizieren
  • erklären, wo das Problem entstanden ist
  • einen geeigneten Lösungsschritt vorschlagen

Anstatt durch mehrere Anwendungen zu navigieren und Untersuchungen zwischen verschiedenen Teams zu koordinieren, können Nutzer direkt mit einer Frage in natürlicher Sprache in Joule beginnen.

So können Energieversorger Probleme schneller lösen, den manuellen Untersuchungsaufwand reduzieren und ihren operativen Teams ein klareres Verständnis von Datenqualitätsproblemen vermitteln.

2. Energy Intelligence Agent: verstehen, was Energiedaten aussagen

Energieversorger verfügen über immer granularere Energiedaten. Diese Daten in eine nützliche Antwort zu übersetzen, erfordert jedoch häufig eine spezialisierte Analyse.

Mit dem exnaton Energy Intelligence Agent können Teams Fragen zu Verbrauchs-, Einspeise- und Messdaten in natürlicher Sprache stellen. Er kann unter anderem dabei helfen, Folgendes zu untersuchen:

  • Stromverbrauch und Einspeisung in 15-Minuten-Auflösung
  • das tatsächliche Lastprofil einzelner Kund oder Kundensegmente
  • Verbrauchsmuster innerhalb definierter Zeiträume
  • Unterschiede zwischen Kundengruppen
  • ob SAP, das Messsystem und der Energy Data Hub für denselben Messpunkt konsistente Informationen enthalten

Dadurch werden granulare Energiedaten für Fach- und operative Nutzer leichter zugänglich – auch wenn sie nicht direkt mit Datenbanken oder Analysetools arbeiten.

Warum universelle KI für operative Utility-Prozesse nicht ausreicht

Die Prozesse von Energieversorgern umfassen hoch spezialisierte Datenmodelle, regulatorische Anforderungen und operative Abhängigkeiten. Ein unvollständiger Abrechnungslauf kann beispielsweise durch Messdaten, Stammdaten, die Marktkommunikation oder das Zusammenspiel mehrerer Systeme verursacht werden.

Ein universeller KI-Assistent versteht möglicherweise die Frage, verfügt jedoch nicht unbedingt über den Branchenkontext und das regulatorische Wissen, um zu bestimmen:

  • welche Datenquellen geprüft werden sollten
  • wie Verbrauchs- und Einspeisewerte zu interpretieren sind
  • welche Abhängigkeiten eine Abrechnung verhindern können
  • ob verschiedene Systeme konsistente Informationen enthalten
  • welcher Lösungsschritt operativ angemessen ist

Genau hier schaffen spezialisierte Energy Agents Mehrwert. Sie verbinden KI-basierte Interaktion mit fundiertem Wissen über Utility-Daten, Prozesse und Anforderungen des Energiemarkts.

Für Energieversorger, deren führendes System SAP ist, bringt die Anbindung dieser Fachintelligenz an Joule zwei entscheidende Elemente zusammen: den Unternehmenskontext und energiespezifisches Fachwissen.

Der Mensch bleibt Teil des Prozesses

Jede Aktion, die das System verlässt, muss zunächst von einem Menschen freigegeben werden. Diese zentrale Designentscheidung erfüllt zwei Zwecke gleichzeitig: Eine Person bleibt für jeden folgenreichen Schritt verantwortlich und die Agents bleiben in der Kategorie mit begrenztem Risiko gemäß dem EU AI Act. Damit gelten die entsprechenden Transparenzpflichten – nicht das umfassendere Konformitätsverfahren für Hochrisikosysteme.

Für Energieversorger, die KI in einem regulierten Umfeld einsetzen möchten, ist das keine Nebensache. Es ist eine wichtige Voraussetzung dafür, die Lösung vom Pilotprojekt in den produktiven Betrieb zu überführen, ohne einen zusätzlichen Compliance-Prozess eröffnen zu müssen.

Was die exnaton Integration für SAP Joule für Energieversorger bedeutet

Indem die spezialisierten Energy Agents von exnaton in SAP Joule verfügbar werden, können Energieversorger konsolidierte Antworten über fragmentierte Systemlandschaften hinweg erhalten – ohne Datensätze manuell miteinander zu vergleichen, Inkonsistenzen nachzuverfolgen oder granulare Zeitreihendaten selbst zu analysieren.

Produkt-, Kundenservice- und Operations-Teams können über natürlichsprachliche Fragen in der vertrauten SAP-Oberfläche auf energiespezifische Erkenntnisse zugreifen. Gleichzeitig behalten Fachkräfte die Kontrolle über operative Entscheidungen.

Die Integration ergänzt die bestehende SAP-Umgebung um KI-gestützte Funktionen, ohne SAP zu ersetzen oder die vorhandene Systemarchitektur neu aufzubauen. Das modulare Design bietet außerdem eine skalierbare Grundlage: Energieversorger können die verfügbaren Funktionen durch spezialisierte Agents für weitere Anwendungsfälle erweitern, anstatt für jeden Use Case eine eigene Integration entwickeln zu müssen.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist die exnaton Integration für SAP Joule?

Die Integration ermöglicht SAP Joule, über das offene Agent2Agent-Protokoll mit den spezialisierten Utility Agents von exnaton zu kommunizieren. Nutzer können in Joule energiespezifische Fragen stellen und erhalten Antworten auf Grundlage der Daten und der Branchenlogik, die von den Agents von exnaton verarbeitet werden.

Was ist das Agent2Agent-Protokoll?

Agent2Agent oder A2A ist ein offenes Protokoll, über das KI-Agents, die mit unterschiedlichen Technologien entwickelt wurden, miteinander kommunizieren, Informationen austauschen und Aufgaben delegieren können. SAP unterstützt A2A, um extern entwickelte Agents mit Joule zu verbinden.

Benötigen Nutzer bei Energieversorgern eine weitere Anwendung oder ein zusätzliches Login?

Die Integration wurde dafür entwickelt, die Agents von exnaton über SAP Joule auf der SAP BTP zugänglich zu machen. Nutzer können somit über eine vertraute Oberfläche mit den Agents interagieren, anstatt zu einer separaten KI-Anwendung wechseln zu müssen.

Ersetzt die Integration SAP?

Nein. exnaton ergänzt die bestehende SAP-Umgebung um spezialisierte Utility Intelligence. SAP bleibt das zentrale führende System.

Können die Agents Änderungen automatisch vornehmen?

Bei der demonstrierten Architektur ist eine menschliche Freigabe erforderlich, bevor eine Aktion an ein externes System übermittelt oder dort ausgeführt wird. So behalten die Fachkräfte des Energieversorgers die Kontrolle über folgenreiche operative Aktionen.

Können später weitere Agents angebunden werden?

Ja. Die modulare A2A-Architektur ermöglicht es, weitere spezialisierte Agents hinzuzufügen, ohne für jeden Anwendungsfall eine vollständig separate Joule-Integration entwickeln zu müssen.

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