Wichtigste Erkenntnisse der E-world 2026: Der Markt ist bereit zum Handeln

February 20, 2026
Anastasia Vyshkvarkina

Drei intensive Tage in Essen, volle Kalender und unzählige Gespräche — die E-world energy & water 2026 hat vor allem eines gezeigt: Der Markt ist nicht mehr im Beobachtungsmodus. Er will jetzt umsetzen.

An unserem gemeinsamen Stand mit unseren Partnern work digital und CONVOTIS ging es sehr schnell nicht mehr um „spannende Ideen“, sondern um konkrete Use Cases, Projekte und nächste Schritte. Viele Versorger kamen mit klaren Fragen — und mit dem Wunsch zu skalieren.

Aus den vielen Gesprächen mit Kund:innen und Partnern zeichnet sich ein ziemlich klares Bild, wohin die Reise geht.

Flexibilität kommt endlich im Commodity-Geschäft an an

Lange war Flexibilität vor allem ein Strategiethema. Auf der E-world hat man deutlich gespürt: Sie landet jetzt direkt in Tarifen, Verträgen und Produkt-Roadmaps.

Dabei geht es längst nicht mehr nur um dynamische Stromtarife. Immer mehr Versorger schauen auf kundenspezifische Tarife in Kombination mit HEMS. Warum? Nur wenn Tarife mit HEMS, Messdaten und automatisierter Optimierung kombiniert werden, entsteht echte Wertschöpfung. Für Versorgungsunternehmen wird das Tarifdesign damit zunehmend zu einer Entscheidung über Systemarchitekturen. Gemeinsam mit Partnern wie clever-PV, Zerofy und weiteren HEMS-Anbietern arbeiten wir bereits an konkreten Kundenprojekten.

Parallel steigt das Interesse an der Integration von Privatkunden-Speichern deutlich. Projekte mit Partnern wie FlexHome.Energy bestätigen den Eindruck aus Essen: Versorger wollen Flexibilität auf Kundenseite aktiv nutzen — brauchen dafür aber Systeme, die die Zeitreihen-Komplexität sauber beherrschen.

Energy Sharing und PPAs gewinnen spürbar an Fahrt

Ein weiteres klares Signal: Durch die aktuellen EEG-Entwicklungen suchen Erzeuger verstärkt nach neuen Vermarktungswegen.

Varianten der ungeförderten Direktvermarktung, insbesondere PPAs, wurden besonders häufig diskutiert — vor allem im B2B- und kommunalen Umfeld. Der Wunsch ist klar: Der überschüssige Strom soll an anderen Standorten verkauft werden, um negative Börsenstompreise zu vermeiden. Gleichzeitig rückte auch die effiziente Abbildung der „kleinen Direktvermarktung“ stärker in den Fokus.

Unser Eindruck: Energy Sharing im Lieferantenmodell bewegt sich gerade vom Konzept in die Umsetzung.

Die Reifegrade bei Versorgern sind unterschiedlich. Manche wollen das Thema aktiv im Vertrieb nutzen. Andere bauen erst End-to-End-Prozesse auf. Aber ein Punkt kam immer wieder: Komplexe Stromprodukte lassen sich nicht mehr sinnvoll in Excel managen. Automatisierte Allokation und transparente Abrechnung je Standort werden zum echten Differenzierungsfaktor.

Mieterstrom kommt endlich in der Realität an

Beim Mieterstrom hat sich die Stimmung ebenfalls spürbar verändert. Dieses Jahr fühlte es sich weniger nach Pilot und mehr nach Umsetzung an.

Wir sind bereits mit mehreren Stadtwerken in konkreten Projekten, und die Nachfrage wächst weiter. Besonders stark war der Wunsch nach mehr Automatisierung und sauberer Integration in Kernsysteme wie SAP S/4HANA.

Auch das Interesse an zweistufigen Mieterstromtarifen nimmt zu. Die Botschaft aus vielen Gesprächen war eindeutig: Erst wenn Mieterstrom-Prozesse im Kernsystem „ganz normal“ laufen, wird echte Skalierung möglich — inklusive Tarifvielfalt und gutem Kundenerlebnis.

Dynamische Tarife entwickeln sich weiter

Fast jeder Versorger hat inzwischen dynamische Tarife im Portfolio. Aber viele sagen offen: Zur echten Skalierung fehlt noch ein Stück.

Spannend ist die Weiterentwicklung, die wir in Essen gesehen haben. Immer häufiger geht es um die Kombination mit:

  • HEMS
  • Formelprodukten
  • Flex-Bonus-Modellen
  • Happy-Hour-Tarifen
  • flexiblen Einspeisevergütungen für kleinere Erzeuger

Vor allem die Kopplung von Flexibilitätsvermarktung und Prosumer-Tarifen gewinnt, wie eingangs beschrieben, an Dynamik. In Märkten wie Belgien, wo solche Modelle bereits laufen, wird aus Pilotprojekten zunehmend echtes Produktgeschäft.

Plattformdenken setzt sich durch

Der vielleicht wichtigste Takeaway war gar kein einzelner Trend, sondern ein Mindset-Shift.

Ein Satz, den wir mehrfach gehört haben:

„Wenn wir dynamische Tarife mit euch umsetzen, können wir Energy Sharing und andere Tarife ja direkt mitdenken.“

Genau darum geht es.

Versorger bewegen sich weg von Einzellösungen hin zu Plattformansätzen. Wenn eine zeitreihenfähige Plattform einmal steht, lassen sich neue Use Cases deutlich schneller testen und ausrollen, als viele erwarten.

Was von der E-world 2026 bleibt

Neben allen Fachthemen bleibt vor allem die Intensität der Tage in Erinnerung: eng getaktete Meetings, viele offene Gespräche und ein spürbarer gemeinsamer Vorwärtsdrang im Markt.

Strukturell bewegt sich gerade sehr viel in der Energiebranche — und das Tempo nimmt zu.

Danke an alle Kund:innen, Partner:innen und Netzwerk-Kontakte für den großartigen Austausch. Und ein großes Dankeschön an work digital und CONVOTIS für die starke gemeinsame Präsenz.

Wenn wir uns in Essen verpasst haben — oder ihr Flexibilität jetzt in skalierbare Energieprodukte übersetzen wollt — meldet euch gern bei uns.

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